Artikel mit dem Tag „Naziübergriff“

Mittelsachsen: 6 aktuelle Angriffe

Pressemeldung der RAA Sachsen e.V.
Unterstützung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt

Sorge in den Landkreis Mittelsachsen
Sechs rechtsmotivierte Angriffe in den vergangenen vier Wochen - mit den ersten warmen Tagen steigt die Zahl der Vorfälle.

Mittweida.

„Das waren Nazis, alles Glatzköpfe“, so beschrieb der Inhaber eines Imbisses am Technikumplatz in Mittweida die Angreifer, die ihn am vergangenen Samstag durch mehrere Tritte und Schläge so verletzten, dass der Mann mit Migrationserfahrung im Krankenhaus behandelt werden musste.

Wenige Tage zuvor versammelten sich 34 Neonazis, teils bewaffnet vor einem Einkaufsmarkt in Mittweida.

Rochlitz.

Am vergangenen Donnerstag zog eine große Gruppe Neonazis durch die Innenstadt von Rochlitz. Sie waren unter anderem mit Zaunslatten bewaffnet und skandierten neonazistische Parolen wie „frei, sozial und national“. Die Gruppe war auf dem Weg zur „alten Schmiede“, einem selbstverwalteten Treffpunkt für Punks. Die Polizei berichtete darüber hinaus, dass zwei Personen durch die Gruppe der Neonazis verletzt wurden und im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Limbach- Oberfrohna.

Im nah an den Landkreis Mittelsachsen angrenzenden Limbach-Oberfrohna mussten am vergangenen Freitag ebenfalls zwei Personen fliehen, weil mehrere Neonazis sie bedrohten und später mit Autos verfolgten und suchten. Glücklicherweise konnten die Betroffenen einem körperlichen Angriff entkommen.

Burgstädt.

In Burgstädt kam es vor zwei Wochen ebenfalls zu Angriffen durch Neonazis. Am Bahnhof wurde eine Gruppe Jugendlicher erst mit Ausdrücken wie „scheiß Zecken“ beleidigt und einige von ihnen dann auch körperlich angegriffen und verletzt. Das schnelle Eintreffen der Polizei hat hier sicher schlimmeres verhindert. Die Beamten stellten einen Schlagring sowie Feuerwerkskörper sicher. „Wir müssen uns schon genau überlegen, wann und wohin wir gehen“ schilderte eine junge Frau aus Burgstädt.

Damit stellt die RAA Sachen e.V. einen Trend fest, der auch in den Vorjahren zu beobachten war: Im Vergleich zum Winterhalbjahr wächst die Zahl der neonazistischen und rassistischem Gewalttaten in der warmen Jahreszeit an. „Inklusive des Brandanschlags Mitte März in Freiberg, haben allein in Mittelsachsen sechs Angriffe innerhalb von fünf Wochen stattgefunden.“, so Andre Löscher von der Beratungsstelle Chemnitz.
„Sowohl bei der Versammlung der Neonazis in Mittweida, als auch bei den Vorfällen in Burgstädt und Rochlitz waren Neonazis in einer großen Gruppe unterwegs. Dies zeigt einen gewissen Organisationsgrad und funktionierende Strukturen in der Neonaziszene an und dem ist allein durch ordnungspolitische Maßnahmen bzw. juristischer Aufarbeitung nicht zu begegnen. Vielmehr muss die nicht-rechte Jugendkultur in der Region unbedingt gestärkt werden”, schätzt Andre Löscher abschließend ein.

für Kontakt und Rückfragen: opferberatung.chemnitz[at]raa-sachsen.de

Drei neonazistische Angriffe in Burgstädt, Schwarzenberg und Freiberg.

Pressemeldung des RAA Sachsen e.V.
Unterstützung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt

Burgstädt: Angriff auf nicht rechte Jugendliche.

Am vergangenen Donnerstag beschimpften zunächst mehrere Neonazis eine Gruppe nicht rechter Jugendlicher am Burgstädter Bahnhof. Bereits während der Beleidigungs- und Bedrohungsbekundungen der Neonazis verständigten die nicht- rechten Jugendlichen die Polizei. Diese erschien zeitnah am Tatort. Bis zu ihrem Eintreffen griffen ein 15- und ein 21Jähriger aus der Gruppe der Neonazis einen 23- Jährigen an und verletzen ihn mit einem Faustschlag und Fußtritten. Die Polizei konnte die Personalien der Angreifer aufnehmen. Hierbei stellten die Beamten bei einem der jugendlichen Angreifer ein Klappmesser und einen Schlagring sicher. Ein weiterer Neonazi, der bis dahin noch nicht angegriffen hatte, führte ebenfalls einen Schlagring und Feuerwerkskörper bei sich.


Schwarzenberg: Entglasung von PKWs nicht rechter Jugendlicher.

In der Nacht vom Freitag zum Samstag wurden gezielt die Autos von Bewohner_innen und Gästen des alternativen Wohn- und Kulturprojektes „Unanbeatbar“ stark beschädigt. Dabei wurden die Scheiben von zwei PKWs zerschlagen und Seitenspiegel beschädigt. Bewohner_innen und Gäste des Wohnprojektes wurden bereits vor drei Wochen von Neonazis mit Feuerwerkskörpern angegriffen.

Freiberg: Brandstiftung am Haus politisch aktiver Organisationen.

In Freiberg wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Haus in Brand gesetzt, in dem das Bürgerbüro der Landtagsabgeordneten Dr. Jana Pinka der Partei Die Lìnke, die Redaktion der Zeitschrift „FreibÄrger“ und der Verein Roter Weg e.V. ihren Sitz haben.
Dabei gingen die Täter mit großer Zerstörungswut vor. So wurde die Eingangstür nahezu komplett entglast und ein Feuer gelegt, infolge dessen der Eingangsbereich des Hauses ausbrannte. Das Feuer wurde entdeckt, so dass ein Vordringen in weitere Räume verhindert werden konnte. Neonazis brachten ihre Ablehnung gegen die im Haus ansässigen Projekte schon mehrfach zum Ausdruck. So klebten sie zahlreich eindeutige Aufkleber an die Briefkästen des Hauses mit Aufdrucken wie „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“.

Personen, die dem neonazistischen Weltbild nicht entsprechen oder sich hiergegen klar positionieren sind immer wieder Ziel von Angriffen. Die Gewalttaten richten sich dabei gegen einen breiten Personenkreis. So sind neben nicht rechten Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen regelmäßig auch öffentliche Personen, u. a. Landtagsabgeordnete oder Mitarbeiter von Beratungs- oder Jugendeinrichtungen, betroffen.

für Kontakt und Rückfragen: opferberatung.chemnitz[at]raa-sachsen.de

Erinnern, nachdenken, handeln. Mit Courage gegen Rechts.

In Gedenken an Patrick, 02.02.1982-02.10.1999, und alle Opfern rechter Gewalt.

“Einige Jugendliche, die sich nicht der rechten Szene in Limbach anschließen wollen, werden seit über einem Jahr von rechts orientierten Jugendlichen bedroht und zum Teil auch körperlich verletzt”,
Manuela Weis in Freie Presse / Chemnitz – 21.10.2008

“Opferberatung: Mehr rechtsextreme Angriffe Verein registriert im Mai zunehmende Neonazi-Übergriffe zwischen Brand-Erbisdorf und Zwickau – Jugendlicher mit Eisenstange schwer verletzt”,
Freie Presse / Freiberg – 19.6.2009

Immer wieder erscheinen solche oder ähnliche Meldungen täglich in den Zeitungen und zeigen die konkrete Ausprägung des menschenverachtenden Weltbildes von Nazis. Leider verblassen im Angesicht dieser täglichen Meldungen die Erinnerungen über Taten, die ganz in der Nähe passiert sind. So jährt sich am 2. Oktober dieses Jahres die Ermordung von Patrick in Oberlungwitz. Wir möchten mit diesem Bündnis erreichen, dass die Erinnerung an ein Opfer von Nazigewalt nicht weiter in Vergessenheit gerät.

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Polizeigewalt in Rochlitz

Massive polizeiliche Gewalt gegen Jugendliche, die zuvor von Neonazis angegriffen wurden. Zeugin filmt Polizeigewalt gegenüber Punks. Neonazis bleiben unbehelligt.

In den Nachmittagsstunden des Freitags, 26.06.09, wurden am Markt in Rochlitz drei Punks von ca. 15 Neonazis zunächst beschimpft und dann angegriffen. Dabei wird einem der Punks mit voller Kraft eine Bierflasche am Kopf zerschlagen. Die Polizei erscheint am Tatort – gut, möchte man meinen. Denn die Geschädigten könnten adäquat versorgt werden, außerdem sind sowohl Zeug_innen des Neonaziangriffs als auch die Neonazis selbst noch vor Ort, so dass alle Personalien aufgenommen werden, und erste Befragungen erfolgen könnten.

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Übergriff in Brand-Erbisdorf

In den frühen Morgenstunden des 6. Juni, zwischen 4 und 5:00 Uhr befanden sich drei junge Menschen auf dem Weg vom OpenAir-Konzert des Jugendklubs IMI e.V. in Richtung Brander Innenstadt, als in Höhe des PSW ein roter Ford Fiesta älteren Baujahres hielt. Der Beifahrer des Fahrzeugs stieg aus und schlug mit einem Aluminium-Totschläger einem der Jugendlichen mitten ins Gesicht. Der junge Mann musste in Freiberg ärztlich behandelt werden, Anzeige wurde erstattet. Der Attacke sind beim ersten Vorbeifahren eindeutige rechte Parolen voraus gegangen.

Gewerkschaftshaus mit Naziparolen beschmiert

Schmierereien am DGB-Haus (Quelle: NDC)In der Nacht vom 06. auf den 7. Mai wurde das Dresdner Gewerkschaftshaus mit rechten Parolen beschmiert. Die Täter_innen versuchten außerdem Fahrzeuge des DGB anzuzünden.

Spätestens seit dem 13. Februar ist in Dresden eine Zunahme rechten Terrors zu verzeichnen. Die verbale Hetze scheint in Taten umgesetzt zu werden. So wurde am 9. März 2009 ein Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsen e.V. auf dem Rückweg von einer Gerichtsverhandlung gegen die Übergriffe auf einen Dönerimbiss während der Fußballeuropameisterschaft 2008 auf offener Straße und am Tag in der Dresdner Neustadt von fünf Nazis angegriffen. Nur das Eingreifen von zwei Passanten und der Polizei konnte Schlimmeres verhindern. Der DGB Regionsvorsitzende Ralf Hron bezeichnete die Vorfälle als “eine neue Qualität, der unsere Gesellschaft mit aller Entschiedenheit entgegentreten muss.”

Bereits am 14. Februar war ein Bus des DGB auf dem Rückweg aus Dresden auf der Raststätte “Teufelstal” bei Jena von Nazis überfallen wurden.

Naziüberfall in Zwickau

Im Vorfeld des “Stay Rebel Festival“, das am 23. Mai in Chemnitz stattfand, gab es am 1. Mai im Alten Gasometer in Zwickau eine Vortrags- und Konzertveranstaltung des Vereins “Roter Baum”, an der etwa 400 Menschen teilnahmen. Gegen 2 Uhr fuhren zwei Transporter und ein PKW vor, aus denen 12-14 – bis auf eine Person komplett vermummte – Nazis ausstiegen und Bands sowie Veranstaltende angriffen. Die Angreifenden riefen “Nationaler Widerstand” und zeigten Hitlergrüße, bevor sie sich wieder aus dem Staub machten.

In ihrer Berichterstattung spielt die Freie Presse den Vorfall herunter: “Nach Konzertende, 2.06 Uhr, musste die Polizei doch noch gerufen werden. Gegen drei Unbekannte, die aus einem dunklen Pkw ausgestiegen und zwei Musiker angegriffen hatten, wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.” Aufgrund der Übergriffe demonstrierten am 9. Mai etwa 150 Menschen “Für ein friedliches Zwickau – gegen rechte Gewalt”. Etwa 30 Nazis versammelten sich an diesem Tag ebenfalls in Zwickau.

Pressemitteilung den Naziübergriff am 30.03.2008 im sächsischen Freiberg betreffend

Am 30. März wurden kurz nach 0 Uhr fünf Jugendliche in der Silberhofstraße von einem gerichtsbekannten Neonazi angegriffen. Der bereits vorbestrafte beschimpfte einen der Jugendlichen mit den Worten “Scheißzecke” und schlug ihm mehrfach ins Gesicht. Die jungen Menschen konnten sich jedoch in die nahe gelegene Wohnung eines Bekannten flüchten und riefen die Polizei. Eine halbe Stunde später erschienen der Angreifer und vier bis fünf mit Baseballschlägern bewaffnete Nazis vor der Wohnung, in welche die Jugendlichen geflüchtet waren. Die Betroffenen riefen ein weiteres Mal voller Panik die Polizei, während die Nazis begannen die Wohnungstür zu zertrümmern. Die Jugendlichen und der Wohnungsinhaber mussten durch einen Sprung aus dem Fenster flüchten (die Wohnung lag im Erdgeschoss). Die Nazis verfolgten anschließend die Flüchtenden durch die umliegenden Gartenanlagen, wobei sich zwei der Betroffenen verletzen. Einer der Jugendlichen wurde brutal mit einem Baseballschläger in den Rücken geschlagen. Die Polizei erschien als alles vorbei war und konnte die Täter nicht mehr stellen. Die Zahl rechter Übergriffe hat in der Region Freiberg in den letzten Monaten stark zugenommen. Bereits am 08.12.2007 wurde im Freiberger Stadtclub eine Schülerin von einem stadtbekannten Nazi gewürgt und geschlagen. Am Abend des 03.01.2008 wurden mehrere Jugendliche in der Nähe des Schlossplatzes von Neonazis angegriffen. Wenige Tage später, am 09.01.2008, versuchten ca. acht bis zehn Nazis, darunter Mitglieder der örtlichen NPD, eine Veranstaltung mit dem Aussteigerprogramm “Exit” zu stören. Der Polizei gelang es sie daran zu hindern. Am 11.01.2008 schlugen ca. acht Neonazis in einer Bar in der Nähe des Schlossplatzes drei alternativ aussehende Jugendliche zusammen. Die von ihnen gerufene Polizei erschien nicht am Tatort. Am 07.03.2008 hielten im Brand-Erbisdorfer Ortsteil Langenau zwei mit Nazis voll besetzte Autos neben einem Jugendlichen. Ihm wurde eine Bierflasche im Gesicht zerschlagen, die Täter konnten flüchten.

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Unvollständiger Überblick rechter Übergriffe und Aktionen in Freiberg und Umgebung

22.12.2005
Ca. 30 Freiberger Nazis stören eine antifaschistische Mahnwache gegen den in Freiberg lebenden SS-Verbrecher Alfred Concina.

07.10.2006
Etwa 50 Neonazis aus dem Umfeld der sogenannten “Freien Kameradschaften” und der NPD unter der Führung des NPD-Landtagsabgeordneten Rene Despang marschieren durch Freiberg. Ihre Absicht war es, mit einer Pseudo-Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestages eines Bombenangriffs auf Freiberg während des Zweiten Weltkriegs ihre geschichtsrevisionistische Propaganda zu verbreiten. Bei ihrem von einem Großaufgebot der Polizei begleiteten “Schweigemarsch” zum städtischen Donatsfriedhof und zum Freiberg Kolleg in der Bergstiftsgasse durfte Peter Naumann, Berater der NPD im sächsischen Landtag, in alter Nazimanier die Verbrechen der Nationalsozialisten verharmlosen und stellte die Kriegsschuld Deutschlands in Frage.

Dezember 2006
Ein ausländischer Student wird im Stadtpark beleidigt.

22.12. 2006
Zwei Doktoranden aus Indien und Äthiopien werden in einem Supermarkt in Friedeburg von Neonazis beleidigt und verletzt, umstehende Bürger greifen nicht ein.

11.02.2007
Freiberger AntifaschistInnen werden nach der Rückkehr von einer Demo in Dresden am Bahnhof von einer Gruppe Neonazis verfolgt und bedroht. Später werden noch AntifaschistInnen vor einer Kneipe von fünf stadtbekannten Nazis zusammengeschlagen.

16.03.2007
Ca. 20 Nazis aus dem Umfeld der freien Kräfte und der JN stören eine Mahnwache für altersgerechtes Wohnen. Mit dabei Steve Weißbach (stv. JN-Landesvorsitzender) aus Lichtenberg bei Freiberg und Maik Müller von den “freien Kräften” aus Dresden.

29.06.2007
Nach einem Soli-Konzert in einem Jugendclub werden zwei junge AntifaschistInnen von Neonazis verfolgt und bedroht.

17.08.2007
Am Todestag von Rudolf Hess schmieren Neonazis braune Parolen an die Wand der Post und kleben in der Stadt Hess-Gedenkplakate und -aufkleber.

03.09.2007
Ein Asylbewerber aus Afghanistan wird an einer Unterführung von Neonazis beleidigt.

12.09.2007
Keine zwei Wochen später wird derselbe Mann von Nazis angegriffen und verletzt.

08.09.2007
In Gränitz (Stadt Brand-Erbisdorf) will der Holocaustleugner und ehemalige NPD-Vorsitzende Günter Deckert sein “Erzgebirgshaus” einweihen. Er plante, dort einen als private Veranstaltung getarnten Nazi-Abend mit entsprechender Nazi-Musik stattfinden zu lassen, was wegen Polizeinotstands verboten wurde.

28.09.2007
Gegen 2 Uhr nachts laufen etwa zehn Neonazis durch die Innenstadt von Freiberg und grölen Parolen.

07.10.2007
Zum zweiten Mal marschieren am Jahrestag der Bombardierung Freibergs Nazis durch die Stadt. Diesmal sind es ca. 15 Freiberger Nazis, ohne Unterstützung ihrer Kameraden aus Dresden.

18.11.2007
Am 18. November ruft die Oberbürgermeisterin Freibergs, Frau Dr. Uta Rentsch die Freiberger Bevölkerung zum Volkstrauertag auf. Ihrem Aufruf folgen auch 16 Neonazis aus dem Umfeld der NPD und der Freien Nationalisten Freiberg. So gedachten an diesem Tag die Oberbürgemeisterin und ca. 20 weitere Vertreter der Stadt, des Bundes der Stalinopfer, des Verbandes der Heimatvertriebenen gemeinsam mit Neonazis den toten Deutschen der beiden Weltkriege. Die Eindimensionalität der Opferdarstellung verrät, warum niemand die Nazis von den Gedenkorten vertrieben hat.

08.12.2007
Im Stadtclub wird eine Schülerin von einem stadtbekannten Nazi gewürgt und geschlagen.

22.12.2007
Im Stadtteil Friedeburg versammelt sich im Umfeld des Altenheims “Johanna Rau” eine Gruppe von Nazis. Diese vermuteten aufgrund einer vor zwei Jahren durchgeführten Mahnwache gegen den in Italien verurteilten, hier unbehelligt lebenden, NS-Kriegsverbrecher Alfred Concina eine erneute Versammlung von Antifaschisten. Sie riefen Tage zuvor in Flugblättern auf, “Antideutsche Krawallmacher” in Friedeburg nicht zu tolerieren. So versammelten sich gegen 17 Uhr im Schatten eines Wohnhauses etwa zehn Nazis. Im Internet sprachen diese von 40 Leuten in Bereitschaft. Während der Versammlung liefen unauffällig mehrere Neonazis aus dem Umfeld der NPD vor dem Altersheim Streife. Ein Gewaltangriff bei einer wirklichen Mahnwache wäre zu erwarten gewesen.

03.01.2008
Gegen Abend werden in der Nähe vom Schlossplatz zwei Punks von einer Gruppe Nazis zusammengeschlagen.

09.01.2008
Ca. acht bis zehn Nazis, unter ihnen Daniel Braun von der NPD, versuchen eine Veranstaltung über das Aussteigerprogramm EXIT zu stören. Sie werden jedoch von der Polizei daran gehindert.

11.01.2008
In einer Bar in der Nähe vom Schlossplatz werden drei alternative Jugendliche aufgrund ihres Aussehens und ihrer Courage von ca. acht Nazis angegriffen und geschlagen. Die Betroffenen riefen die Polizei, diese nahm den Vorfall jedoch nicht ernst und erschienen nicht am Tatort.

18.01.2008
Am Petriplatz wird ein Russland-Deutscher von drei Nazis zusammengeschlagen.

28.02.2008
In der gesamten Innenstadt Freibergs werden JN- und Anti-Antifa-Aufkleber verklebt.

07.03.2008
Im Brand-Erbisdorfer Ortsteil Langenau greifen Nazis einen Jugendlichen auf offener Straße an. Zwei Autos halten nachts neben dem jungen Mann als der auf dem Heimweg ist, dann steigt einer der Nazis aus und zerschlägt dem Opfer eine Bierflasche im Gesicht, danach flüchten die Angreifer mit ihren Autos.

30.03.2008
Kurz nach 0 Uhr werden fünf Jugendliche in der Silberhofstraße von einem gerichtsbekannten Neonazi angegriffen. Die jungen Menschen konnten sich in die nahegelegene Wohnung eines Bekannten flüchten, wo jedoch eine halbe Stunde später der Angreifer und vier bis fünf mit Baseballschlägern bewaffnete Nazis erschienen. Die Polizei kam trotz mehrfacher Anrufe erst als alles vorbei war und konnte die Täter nicht mehr stellen. (Details siehe Pressemitteilung)

…. to be continued?!