Artikel mit dem Tag „Freiberg-Links“

Gedenkkundgebung für die Opfer des Nationalsozialismus

Aufruf der Antifaschistischen Gruppe Freiberg

Nie wieder Volksgemeinschaft – Nie wieder Deutschland

Gedenkkundgebung für die Opfer des Nationalsozialismus

Mittwoch, 27. Januar 2010 – 16 Uhr – Freiberg – Obermarkt

Am 27. Januar 1945 befreiten die Soldat_innen der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Etwa 6000 Häftlinge, die für lange Märsche zu schwach oder krank waren, waren dort von den Deutschen zurückgelassen worden. Die anderen etwa 60000 Häftlinge, die noch am Leben waren, wurden bereits vier Tage zuvor auf Todesmärschen in Richtung Westen getrieben. Während die alliierten Truppen unaufhaltsam vorrückten, wurden in den von Deutschen kontrollierten Gebieten weiterhin unablässig Menschen in Konzentrationslager deportiert und dort vergast. Selbst im Angesicht des drohenden Zusammenbruchs wurden große Ressourcen für die sog. „Endlösung“ mobilisiert. Erst die Befreiung durch die alliierten Truppen konnte das deutsche Mordkollektiv stoppen.

In Freiberg befand sich seit August 1944 ein Außenlager des KZ Flossenbürg, das aus rund 1000 weiblichen jüdischen Häftlingen bestand, die zur „Vernichtung durch Arbeit“ im KZ Auschwitz-Birkenau erfasst worden waren. Auf dem Gelände der ehemaligen Porzellanfabrik Freiberg auf der Himmelfahrtsgasse und auf der Frauensteiner Straße mussten die Häftlinge für die „Freia GmbH“, ein Betriebsteil der Arado-Flugzeugwerke GmbH Potsdam-Babelsberg, die zu den führenden Luftrüstungsunternehmen Deutschlands gehörte, Zwangsarbeit leisten. In bis zu 14 Stunden langen Schichten wurden unter anderem Tragflächen des Jagdflugzeugs Me 109 und Zielvorrichtungen für die V2 hergestellt. Ein anderes Freiberger Unternehmen, die Deutsche Seil- und Drahtfabrik, produzierte den Stacheldraht des Vernichtungslagers Treblinka. In Oederan, Flöha und Hainichen mussten weitere 1600 Menschen Zwangsarbeit leisten.

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Videoüberwachung am Busbahnhof

Überwacht: Der neue Busbahnhof

Überwacht: Der neue Busbahnhof

Der Busbahnhof am Wernerplatz und die Haltestelle am Bahnhof wurden dieses Jahr völlig neu gestaltet. Zwar lässt der öffentliche Personennahverkehr noch zu wünschen übrig, aber immerhin bieten seit Fertigstellung eine Infostation, elektronische Abfahrtstafeln und moderne Haltestellen den Fahrtgästen eine Menge Komfort. Anfangs ganz unbemerkt, sind die neuen Haltestellen außerdem videoüberwacht. Erst seit Ende Oktober macht ein Hinweisschild am Busbahnhof darauf aufmerksam, obwohl die Überwachungskameras schon eine ganze Weile früher installiert worden waren. Ob diese damals allerdings schon in Betrieb waren, ist unklar, doch eine Überwachung ohne Hinweisschilder würde gegen das Datenschutzgesetz verstoßen. Die Kameras am Busbahnhof sind Ausdruck der immer stärkeren Überwachung von öffentlichem Raum. Sie schränken die persönliche Freiheit der Fahrtgäste ein und schaffen ein Klima der permanenten Kontrolle und Angst. Protest gegen diese Form der Überwachung, die mehr und mehr um sich greift, regt sich leider immer seltener. Videokameras beim Einkaufen, beim Geldabheben, am Arbeitsplatz, auf Demonstrationen, in Zügen, auf Bahnhöfen und großen öffentlichen Plätzen sind aber skandalös und dienen keinesfalls, wie immer behauptet, der eigenen Sicherheit, sondern nur dem Interesse der Überwachenden. Es ist wichtig, für die Wahrung der eigenen Freiheits- und Persönlichkeitsrechte einzustehen und diese Überwachung zu skandalisieren.

Vielfalt und Toleranz?

Ein kritischer Bericht über das Freiberger Fest der Kulturen

Zum siebten Mal hatten am 28. November verschiedene Freiberger Vereine und Arbeitskreise zum “Fest der Kulturen” in die alte Mensa geladen. Ziel des “multikulturellen Höhepunkts” sollte die “bessere Integration von ausländischen Mitmenschen ” sowie die Zurschaustellung Freibergs als “weltoffene” und “tolerante” Stadt sein. Dass diese ganze Inszenierung keine Notiz von der Wirklichkeit nahm, wie sie sich in Form von institutioneller Diskriminierung in Gesetzen und Arbeitsmarktstrukturen oder alltäglichem Fremdenhass ausdrückt, lag wahrscheinlich in der Sache selbst.

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Opfermarathon am Volkstrauertag

Vertreter_innen der Stadt gedenken gemeinsam mit Neonazis

Holger Reuter gedenkt den vermeintlichen Opfern der Bombardierung Freibergs

Stadtdezernent Holger Reuter bei der Kranzniederlegung

Am 15. November riefen die Stadt Freiberg und lokale Initiativen wie jedes Jahr dazu auf, am sog. Volkstrauertag den Opfern von Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung zu gedenken. Es wurden Kränze an der Gedenktafel für die Zwangsarbeiterinnen des KZ-Außenlagers in Freiberg am Landratsamt, am Gedenkstein für die bei der Bombardierung am 07. Oktober 1944 getöteten Freiberger auf dem Donatsfriedhof, sowie bei den Denkmälern für die Opfer des Stalinismus und der sog. Heimatvertriebenen abgelegt. Während um die Vertriebenen und Bombentoten eine Gruppe von 20-30 Personen trauerte, fand sich lediglich eine Handvoll Menschen von VVN und Linkspartei am Mahnmal für die Verfolgten des Naziregimes ein. Die anderen fehlten.

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Pension verweigert Aufnahme eines indischen Doktoranden

pension-st-georgDie Freiberger Pension St. Georg auf der Georgenstraße weigert sich, einen indischen Doktoranden für einen Monat temporär aufzunehmen, wie einer Rundmail des Univerteilers zu entnehmen war. Dort heißt es: “Begründung sind die von Chinesen sowie Indern ausgehenden Gerüche. Der Inhaber, Herr Schwender, sieht sich nicht als Rassist, sondern fürchtet eher um die guten Beziehungen zur Bergakademie. Die bei ihm ein- und ausgehenden Gäste verschiedener Fakultäten könnten sich durch die Anwesenheit eines Inders und seiner körper- sowie kulinarichen Gerüche belästigt fühlen, was Beschwerden zur Folge haben könnte. Bitte beachten Sie dies bei künftigen Buchungen für Gäste.”

Freiberg - die kollektive Unschuld?

“…jede Detonation ist wie ein Geschenk!”

Am 7. Oktober jährte sich die Bombardierung Freibergs zum 65 Mal. 1944 flogen alliierte Bomberverbände der 8. US-Luftflotte einen Angriff auf die im heutigen Tschechien liegende Stadt Most. Da im Zielgebiet allerdings starker Nebel festgestellt wurde, kehrten die Verbände um und suchten Ausweichziele. 24 Flugzeuge bombardierten dabei Freiberg, 171 Menschen kamen ums Leben.

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Eintreten für bessere Bildung

Interview mit Georg vom Bildungsbündnis Freiberg

An den bundesweiten Bildungsstreiks im Juni beteiligten sich über 250000 Menschen. In vielen größeren und kleineren Städten gingen Schüler_innen und Student_innen auf die Straße, um für bessere Bildung zu demonstrieren. In Freiberg beteiligten sich am 16. Juni ca. 50 Menschen an einer Demonstration des Freiberger Bildungsbündnisses vom Obermarkt zum Campus. Georg vom Bildungsbündnis gibt Auskunft über die Forderungen:

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Nazistrukturen und -aktivitäten in Freiberg

Nachdem am 1. Mai über 350 Neonazis aus verschiedenen Bundesländern in Freiberg marschierten, wurden immer wieder Rufe laut, die das öffentliche Bild Freibergs in Gefahr sahen. Die öffentliche Kritik richtete sich vor allem an das Verhalten von Landrat und Ordnungsbehörden und nicht an die Ideologie der Nazis. Dass es in Freiberg schon seit Jahren organisierte Nazigruppen gibt, die regelmäßig Aktionen durchführen, wurde nicht thematisiert und einfach verschwiegen. Der folgende Artikel möchte noch einmal einen kurzen Überblick über organisierte Nazistrukturen in Freiberg geben.

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“Naziterror stoppen - alternative Freiräume schaffen”

Aus einem Redebeitrag der Demonstration am 12.05.2007 in Mittweida

Der Kampf gegen Extremismus dient der Imagepflege und hat keinen Nutzen im Kampf gegen Nazis!

Am 21. Januar 2004 wurde in Freiberg der Verein “Initiative gegen Extremismus” gegründet. Den Vereinsvorsitz übernahm Landrat Volker Uhlig (damals AUW, heute CDU), seine erste Stellvertreterin wurde die [damalige] Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Freiberg Uta Rensch (SPD). Auch sonst liest sich die Mitgliederliste wie das “who is who” der Bergstadt, vertreten sind der [damalige] Rektor der TU Bergakademie Prof. Georg Unland, der Superintendent des Kirchenbezirks Freiberg, die CDU-Bundes - und Landtagsabgeordneten Veronika Bellmann und Gottfried Teubner, Volker Zweig (Ex-Oberbürgermeister der Stadt Brand-Erbisdorf) oder auch Wolfgang Hansult von der Kreissparkasse Freiberg.

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