Erneuter gewalttätiger Angriff auf alternativen Jugendlichen in Limbach-Oberfrohna

Pressemeldung der RAA

Die rechte Problematik in Limbach ist leider gleichbleibend aktuell. Erst am vergangenen Wochenende griffen 5 Neonazis einen alternativen Jugendlichen an. Die Täter hielten mit ihrem Transporter neben dem Jugendlichen an und beleidigten ihn. Nachdem er zunächst fliehen konnte, holten die Neonazis ihn zu Fuß ein. Der Jugendliche brach zusammen, nachdem die Täter ihm eine Bierflasche gegen den Kopf geschlagen hatten. Am Boden liegend traten die Angreifer weiter brutal auf ihn ein. Der Geschädigte wurde ambulant behandelt, wobei Glassplitter von seinem Kopf entfernt werden mussten und eine Platzwunde festgestellt wurde.
Neonazistische und rassistische Angriffe sowie Sachbeschädigungen finden in Limbach regelmäßig statt. So kam es Anfang Mai zu einem rassistischen Angriff und die Fensterscheiben am Privathaus eines Bundestagsabgeordneten wurden aufgrund seines Engagements gegen Rechts eingeschlagen.

Für Rückfragen stehen wir gern unter 0172. 974 36 74 zu Ihrer Verfügung.
André Löscher und Juliane Wetendorf

Vortrag über Stadtumbau Ost

stadtumbau-ostVeranstaltungshinweis

Um Abrissvorhaben im Stadtumbau Ost geht es in einem Vortrag, zu dem der Naturschutzbund Deutschland am Donnerstag, 19 Uhr in die Freiberger Pressetonne, Kirchgässchen, einlädt. Referent ist Jürgen Kasek aus Leipzig. Der Eintritt kostet zwei Euro.

Brandanschlag auf CJD-Büro verübt

cjd

    Freie Presse vom 11. Juni

    Freiberg. Auf das Freiberger Büro des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD) in der Himmelfahrtsgasse ist gestern ein Brandanschlag verübt worden. Wie die Polizei meldete, landete gegen 7.30 Uhr ein Molotow-Cocktail zunächst an der Fassade, der zweite durchschlug eine Fensterscheibe und flog ins Büro des Vereins. Die Flammen konnten von Mitarbeitern gelöscht werden. Verletzt wurde niemand. Feuerwehrleute sicherten den Ort, um einen Schwelbrand zu verhindern. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen. (BK)

Der CJD unter Herrn Dr. Düsing hat maßgeblich dazu beigetragen, die jüdische Geschichte in Freiberg und die dunkle Geschichte der Zwangsarbeit wieder ans Tageslicht zu befördern. Daraus entstanden viele Publikationen und u.a. die Internetseite Juden in Mittelsachsen. Es ist also möglich, dass es sich, ebenfalls wie beim Brandanschlag auf den Roten Weg vor wenigen Monaten, um einen Naziangriff handelt.

Update:

Der mutmaßliche Täter hat sich mittlerweile gestellt, wie die Freie Presse vom 12.06. berichtete und unsere Vermutung war wohl etwas voreilig:

    Freiberg. Der Brandanschlag auf das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) in Freiberg ist aufgeklärt: Ein 24-Jähriger hat sich am Donnerstagnachmittag gestellt. Er gab bei der Polizei zu, am Morgen des gleichen Tages zwei Molotow-Cocktails gegen das CJD-Büro an der Himmelfahrtsgasse geworfen zu haben.
    Während ein Brandsatz von der Fassade abgeprallt war, hatte der zweite eine Fensterscheibe im ersten Stock durchschlagen. CJD-Mitarbeiter konnten die Flammen löschen. Verletzt wurde niemand. Der Schaden liegt ersten Schätzungen zufolge bei 10.000 Euro. So waren neben dem Fenster auch Wand- und Deckenverkleidung, Gardine, Heizung, ein Papierständer und Auslegeware beschädigt worden.
    Bei seiner Vernehmung gab der junge Mann weitere Straftaten zu. In der Nacht zum 8. Juni habe er auf der Waisenhausstraße die Scheibe des Museums-Schaukastens eingeschlagen und die Spiegel mehrerer Fahrzeuge im Bereich Weingasse/Heubnerstraße abgetreten. Als Motiv nannte er nach Polizeiangaben “fehlende Aufmerksamkeit”. Die Ermittlungen dauern an, der 24-Jährige wurde inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt.
    Der junge Mann war 2009 in einem sozialen Kurs beim CJD betreut worden. “Da solche Maßnahmen stets zeitlich begrenzt sind, werden viele im Anschluss wieder auffällig. Selten wird eine geeignete Nachsorge gefunden”, erklärt Monika Schlesier, die Leiterin der CJD-Außenstelle in Freiberg. Häufig seien Konflikte im Familien- und Freundeskreis die Ursache auffälligen Verhaltens. Monika Schlesier will den 24-Jährigen nun in einem Brief auffordern, mit Eimer und Schrubber einen Teil des angerichteten Schadens zu beheben. Zudem wolle sie eine sinnvolle Beschäftigung für ihn finden.

Report Mainz über rechte Gewalt

Im Report Mainz vom 7. Juni wurde über rechte Gewalt gegenüber Politiker_innen berichtet. Im Beitrag wird auch der Brandanschlag auf das Gebäude am Roten Weg in Freiberg thematisiert.

Das Youtube-Video wurde von einem Nazi hochgeladen, deshalb der seltsame Titel. Es lohnt sich aber anzuschauen.

Aufgebrachte Narrenschiffe

Anlässlich der antisemitischen Hetztiraden gegen Israel in Reaktion auf die Vorfälle um den Einsatz der Israelischen Armee, sei auf den bei Lizas Welt erschienenen Artikel “Aufgebrachte Narrenschiffe” verwiesen. Weitere lesenswerte Artikel befinden sich auf dem Blog der Botschaft des Staates Israel in Berlin.

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Man kann gar nicht anders, als den Organisatoren und Teilnehmern der internationalen „Free-Gaza-Solidaritätsflotte“ zu gratulieren: Sie haben erreicht, was sie erreichen wollten. Denn ihre Aktion, die mit viel Pathos als humanitäre Hilfe für den Gazastreifen deklariert worden war, wurde der von vornherein geplante Propagandacoup für die Hamas. Deren Führer Ismail Haniya hatte schon vor einigen Tagen frohlockt: „Wenn die Schiffe Gaza erreichen, ist das ein Sieg – und wenn sie von den Zionisten terrorisiert werden, ist das ebenfalls ein Sieg.“ Nun hat ein Spezialkommando der israelischen Streitkräfte die sechs Schiffe umfassende Flotte aufgebracht; dabei sind nach unterschiedlichen Angaben zwischen zehn und 19 „Friedensaktivisten“ zu Tode gekommen und mehrere Dutzend verletzt worden. Auch unter den israelischen Soldaten gab es eine Reihe von Versehrten.

Der Tenor in den deutschen Medien ist eindeutig – und ganz im Sinne der Gotteskrieger: „Blutiger Angriff Israels auf Gaza-Hilfsflotte“ (Spiegel Online), „Israel schockt den Nahen Osten“ (Süddeutsche Zeitung), „Angriff Israels auf Solifahrt für Gaza“ (taz), „Israel ohne Maß“ (FAZ) – um nur einige von unzähligen Beispielen zu nennen. Die Bundesregierung sieht den „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ verletzt, verlangt eine internationale Untersuchung und ein „Ende der Blockade“, während Linken-Fraktionschef Gregor Gysi befand: „Ohne im Einzelnen beurteilen zu können, was bei der Besetzung geschah, ist es niemals und durch nichts zu rechtfertigen und deshalb verbrecherisch, dass einseitig das Feuer eröffnet wird und friedliche Menschen getötet oder verletzt werden.“ Mehrere Staaten, darunter Griechenland, Spanien, Ägypten und die Türkei, bestellten den jeweiligen israelischen Botschafter ein. Wer die Schuld an der blutigen Eskalation trägt, wird nicht nur hierzulande also gar nicht erst diskutiert. Doch wie immer, wenn die Wogen der Empörung über dem jüdischen Staat zusammenschlagen, lohnt sich ein genauerer Blick.

Zunächst einmal kann keine Rede davon sein, dass die israelische Spezialeinheit die Flotte angegriffen hat; vielmehr war es umgekehrt: Es gab mehrere Aufforderungen der israelischen Marine an sie, die Seeblockade des Gazastreifens zu akzeptieren, den Kurs zu ändern und den Hafen der israelischen Stadt Ashdod anzusteuern. Die antiisraelischen Aktivisten weigerten sich jedoch, dieser Anordnung Folge zu leisten. Daraufhin enterten israelische Soldaten am Montagmorgen die Schiffe; auf fünf von ihnen leistete die Besatzung offenbar keinen Widerstand. Anders verhielt es sich auf dem größten Schiff, der Mavi Marmara: Dort wurden die Soldaten sofort massiv angegriffen, unter anderem mit Knüppeln, Metallrohren und Messern. Mehrere Videoaufnahmen [insbesondere 1] [2] [3] zeigen diese Attacken deutlich. Nach Angaben eines Armeesprechers setzten die israelischen Spezialkräfte zunächst nicht-tödliches Gerät ein, um das Schiff unter Kontrolle zu bekommen, jedoch ohne Erfolg. Nachdem ihnen schließlich auch noch zwei Handfeuerwaffen entwendet worden seien, hätten sie mit scharfer Munition (zurück)geschossen. Denn die Besatzung habe vorgehabt, die Soldaten regelrecht zu lynchen.

„Friedliche Menschen“, wie Gysi die „Free Gaza“-Seefahrer genannt hat, verhalten sich zweifellos anders. Doch es war ohnehin schon lange vor dem heutigen Morgen klar, dass es sich bei den vermeintlichen Menschenrechtlern in Wirklichkeit um militante Israelhasser handelt, denen das Wohl und Wehe der Palästinenser gleichgültig ist, wenn sie es nicht für eine Kampagne gegen den jüdischen Staat instrumentalisieren können. Greta Berlin, eine der Organisatorinnen der „Solidaritätsflotte“, gab das vor einigen Tagen auch unumwunden zu: „Bei dieser Mission geht es nicht darum, humanitäre Güter zu liefern, es geht darum, Israels Blockade zu brechen“ – eine Blockade, die bekanntlich errichtet wurde, um neuerliche Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden. Deshalb schlugen Berlin und ihre Mitstreiter in den vergangenen Tagen auch jedes Angebot der israelischen Regierung aus, die Schiffsladungen im Hafen von Ashdod löschen und sie – nach einer Kontrolle auf Waffen und anderes unzulässiges Gut – auf dem (üblichen) Landweg in den Gazastreifen bringen zu lassen.

Aber nicht nur dieser Vorschlag für eine einvernehmliche Lösung wurde von den „Friedensfreunden“ zurückgewiesen, sondern auch – und das macht den Antrieb dieser Freizeitkapitäne besonders deutlich – das Ansinnen der Familie des vor vier Jahren von der Hamas entführten israelischen Soldaten Gilad Shalit: Die Shalits hatten angeboten, sich bei der israelischen Regierung dafür stark zu machen, dass der Schiffskonvoi im Hafen von Gaza anlegen kann – wenn sich die Mitglieder der Flotte im Gegenzug bei der Hamas dafür einsetzen, dass Gilad Shalit ein Paket mit Lebensmitteln und Briefen übergeben werden darf. Die „Free Gaza“-Aktivisten lehnten ab, was der Rechtsanwalt der Familie, Nick Kaufmann, mit deutlichen Worten kommentierte: „Ich dachte, diese Bewegung unterstütze die Menschenrechte“, sagte er; stattdessen gelte ihre Unterstützung „nur einer Terrorgruppe, die sich selbst überhaupt nicht für Menschenrechte interessiert“.

Zumindest nicht für Menschenrechte, die dem islamischen Verständnis davon zuwiderlaufen, wäre hinzuzufügen. Denn die unter türkischer Flagge fahrende Mavi Marmara – auf der die israelischen Spezialkräfte attackiert wurden – wurde maßgeblich von der radikalislamischen türkischen Organisation IHH organisiert und finanziert. Deren Vorsitzender Bülent Yildirim hielt vor wenigen Tagen in Istanbul bei der Einweihungszeremonie für das Schiff – an der auch zwei von Großbritannien aus operierende Topterroristen der Hamas, Mahmad Tzoalha und Sahar Albirawi, sowie Hamam Said, ein Führer der Muslimbruderschaft in Jordanien, teilnahmen – eine Rede, in der er unter anderem sagte: „Israel verhält sich, wie Hitler sich gegenüber den Juden verhalten hat. Hitler baute Konzentrationslager in Deutschland, und heute baut das zionistische Gebilde Konzentrationslager in Palästina.“

Ebenfalls bei der Feierstunde zugegen war Scheich Raed Salah, der Führer der „Abteilung Nord“ der Islamischen Bewegung in Israel. Salah verfügt nicht nur über gute direkte Kontakte zur Hamas, sondern hat in der Vergangenheit auch mehrfach antisemitische Hasspredigten gehalten. Darin führte er unter anderem aus, die Juden seien „Schlächter von schwangeren Frauen und Babys“, „Diebe“ und „die Bakterien aller Zeiten“; zudem bediente er alte Ritualmordlegenden: „Wir sind nicht diejenigen, die ein Mahl von Brot und Käse in Kinderblut essen.“ Der Sieg sei „mit den Muslimen, vom Nil bis an den Euphrat“. Salah war dann auch einer der Passagiere der Mavi Marmara – bei deren Auslaufen in Istanbul antisemitische Lieder gesungen wurden – und soll bei den heutigen Kämpfen verletzt worden sein.

Über die Vorzüge von unter türkischer Flagge fahrenden Schiffen wurde bereits vor einigen Tagen auf der Website des Palestine Chronicle ganz offen gesprochen respektive geschrieben: Die Türkei sei ein Nato-Mitglied; ein Angriff Israels auf die Mavi Marmara könne deshalb den Bündnisfall provozieren, in jedem Fall aber die Empörung der Weltöffentlichkeit steigern. Und tatsächlich treffen sich die Nato-Botschafter am Dienstag zur Beratung. Da mutet es fast schon ironisch an, dass sich auch drei Politiker der natokritischen Linkspartei an Bord der Mavi Marmara befanden, nämlich die beiden Bundestagsabgeordneten Inge Höger und Annette Groth sowie der frühere Parlamentarier Norman Paech. Weitere deutsche Teilnehmer an der „Solidaritätsflotte“ waren Matthias Jochheim von den Internationalen Ärzten zur Verhütung eines Atomkriegs (IPPNW) sowie je ein Vertreter von Pax Christi und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft.

Vor allem die Teilnahme der genannten Politiker am Unternehmen „Free Gaza“ wiegt schwer. Denn hier haben sich deutsche Parlamentarier de facto als Kombattanten der Hamas betätigt und an einem Angriff gegen Israel durch ein von Islamisten gesteuertes, bewaffnetes Schiff beteiligt. Sie haben es mindestens geduldet, dass Israelis bei dem Lynchversuch – und um einen solchen handelte es sich ganz offensichtlich – zu Schaden kommen. Und sie haben es mindestens geduldet, dass es bei diesem Angriff Tote gibt – denn die Angreifer können unmöglich erwartet haben, dass ihre massiven, teilweise durch Schusswaffen ausgeführten Attacken auf israelische Elitesoldaten, die von Hunderten Kollegen in Begleitschiffen unterstützt wurden, ohne Opfer in den eigenen Reihen vonstatten gehen werden (weshalb die Wahrscheinlichkeit, dass hier öffentlichkeitswirksam „Märtyrer“ produziert werden sollten, auch nicht eben gering ist). Auf die Stellungnahmen von Höger, Groth und Paech darf man deshalb besonders gespannt sein – werden sie am Ende womöglich öffentlich äußern, die Besatzung habe sich „selbst verteidigen“ müssen – in „Notwehr“, und zwar gegen Juden?

In israelischen Medien wird derweil intensiv darüber diskutiert, ob – und gegebenenfalls warum – der Einsatz der Streitkräfte aus dem Ruder gelaufen ist und inwieweit sich der Schaden hätte begrenzen lassen können; womöglich war die Spezialeinheit tatsächlich überrascht von der zu allem entschlossenen Gewalt der „Friedensaktivisten“ an Bord der Mavi Marmara. Ungeachtet dieser Debatte fällt es schwer, gegenüber den getöteten und verletzten Teilnehmern an der „Friedensflotte“ Empathie aufzubringen. Denn deren Motivation – die im weiteren Befeuern des antisemitischen (Propaganda-) Krieges gegen Israel mit allen Mitteln liegt und nicht in der Hilfsbereitschaft gegenüber vermeintlich oder tatsächlich notleidenden Palästinensern – ist allzu offensichtlich. Und genau das sollte im Mittelpunkt des Interesses und der Kritik stehen. Wer den Palästinensern wirklich helfen will, packelt nicht mit der im Gazastreifen herrschenden Judenmörderbande und provoziert keinen Militäreinsatz – sondern erweitert die Parole „Free Gaza“ um ein „from Hamas“.

Ausstellungseröffnung am Kindertag im Interkulturellen Café

Mm internationalen Kindertag, dem 1. Juni um 17 Uhr, wird in dem Interkulturellen Café InCa eine Ausstellung von mit Kindern gestalteten Bildern eröffnet, wozu ich Sie ganz herzlich einlade. Diese Bilder sind in den letzten drei Jahren unter meiner Anleitung entstanden und zwar in sehr unterschiedlichen Größen. Sieben Kinder schufen zum Beispiel als Gemeinschaftsarbeit ein 3 Meter langes, buntes Wandplakat, das im Flur des Begegnungszentrums zu sehen sein wird. Ich würde mich sehr darüber freuen, Sie am Dienstagnachmittag im InCa begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Reza Ghanbari

CJD Chemnitz / Außenstelle Freiberg
Interkulturelles Café InCa
Domgasse 2a
09599 Freiberg
Telefon: 03731-3009995
Fax: 03731-3009742

Infostand zu den Protesten im Iran

Kurosh Mohamadi informiert über die Geschehnisse im Iran.

Kurosh Mohamadi informiert über die Geschehnisse im Iran.

Im Juni letzten Jahres begannen im Iran die seit langem heftigsten Proteste gegen die Islamische Republik. Anlass waren die offensichtlich gefälschten Wahlergebnisse, mit dem Ausgang der „Wiederwahl“ Mahmud Ahmadinedschads. Die Hoffnungen vieler Iraner_innen nach einer Liberalisierung des Landes durch den als „gemäßigt“ geltenden Präsidentschaftskandidaten Mussawi erfüllten sich somit vorerst nicht. Die anschließenden Proteste breiteten sich schnell im ganzen Land aus, wurden jedoch vom Regime blutig niedergeschlagen. Hunderte Tote, sowie tausende Verletzte und Festgenommene waren die Folge.
In Freiberg nahmen sich engagierte Exiliraner, die selbst von Verfolgung im Iran betroffen waren, das nun fast vergangene Jahr seit dem Anfang der Proteste zum Anlass, auf die Brutalität und Gefahr des Regimes hinzuweisen. Am 20. Mai fanden sie sich zu einem ersten Informationsstand auf dem Obermarkt zusammen, verteilten Flugblätter und versuchten, Menschen zu sensibilisieren, sich kritisch mit der Geschichte der Iranischen Revolution wie mit ihrer Kontinuität aus Hasspredigten und Gewaltexzessen zu beschäftigen. Unter anderem heißt es in dem Flugblatt: „Die Welt soll wissen, dass der verbrecherische Geist von Khomeini in den Köpfen von Khamenai, Ahmadinejad und Co. weiterlebt, wessen Ziele die weltweite Ausbreitung des islamischen Terrors und Beschaffung der Atombombe ist.“ Weiter wird gefordert, „Das Regime in Teheran zu entlarven und zum Rücktritt zu bewegen“, um den „Weltfrieden (zu) retten“. Ob ein Rücktritt des Mullah-Regimes realistisch ist, bleibt fraglich. Sicher jedoch ist, dass ein Weiterleben dessen, mit der Bestrebung nach einer eigenen Atombombe, eine existenzielle Gefahr für Israel und die restliche westliche Welt darstellt. Der Sturz des Islamistischen Staates ist daher dringend notwendig.

Am 3. und 17. Juni werden von jeweils 12-14 Uhr weitere Infostände auf dem Obermarkt stattfinden.

Weiterführende Buchtipps zum Thema:

Matthias Küntzel: „Die Deutschen und der Iran“
Thomas Maul: „Die Macht der Mullahs“

Lesecafé: Auf den Spuren jüdischer Geschichte

Veranstaltungshinweis

Ins Lesecafé lädt das Mehrgenerationenhaus an der Tschaikowskistraße 57 a in Freiberg am Donnerstag, 27. Mai, ein. Ab 14 Uhr gibt es einen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema “Auf den Spuren jüdischer Geschichte”.

Ausgabe #73 - Mai/Juni 2010

Editorial der Ausgabe #73 - Mai/Juni 2010

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am 13. Mai eröffnet das neue Kaufhaus an der Petersstraße. An die Geschichte des ehemaligen Schocken-Kaufhauses, dessen Gebäude fast 100 Jahre an gleicher Stelle stand, soll nun eine Tafel am erhalten gebliebenen Gewölbe erinnern. Wer sich intensiver mit der Geschichte befassen möchte, dem oder der sei noch einmal Michael Düsings Artikel in unserer letzten Ausgabe ans Herz gelegt.

Ansonsten könnte man meinen, dass in Freiberg momentan alles schief läuft, was schief laufen kann. Gegen die geplante Umgehungsstraße laufen zwei Klagen, weitere könnten sich anschließen. Der Baustart verzögert sich also weiterhin. Auch die Debatte um angeblich fehlende Parkplätze hat wieder an Fahrt aufgenommen, seitdem das Parkhaus an der Fischerstraße und nun auch die Tiefgarage unter dem Schlossplatz - ebenso wie die Neubauten der TU - auf der Kippe stehen. Nun soll erstmal an der Ehernen Schlage Baufläche freigehalten werden. Warum nicht gleich so?

Auch neonazistische Gewalt und Propaganda ist wieder verstärkt zu beobachten. So wurde vom 20. auf den 21. März ein Brandanschlag auf das Haus am Roten Weg verübt, in dem sich u.a. auch unsere Redaktion befindet. Zu einem Aufschrei der Empörung hat das allerdings leider nicht geführt, weshalb wir uns in dieser Ausgabe darüber Luft machen.

Ebenso weitgehend unbeachtet sind weiterhin die Lebensbedingungen, denen Flüchtlinge in Deutschland ausgesetzt sind. Neben einem Bericht über Reza Ghanbary, der seit fast 15 Jahren in Deutschland lebt und nun vor seiner Abschiebung steht, haben wir - in der wahrscheinlich naiven Hoffnung, damit etwas erreichen zu können - die Zustände im Asylbewerberheim auf der Chemnitzer Straße zur Schau gestellt. Passend dazu gibt es am 20. Mai auch eine Veranstaltungen mit dem Sächsischen Flüchtlingsrat im Roten Weg, zu der wir recht herzlich einladen.

Unser Antrag beim Lokalen Aktionsplan für eine Informationsbroschüre über Nazistrukturen in Freiberg und Umgebung wurde übrigens unter der Begründung abgelehnt, dass die Broschüre nicht auf den gesamten Landkreis angelegt sei, was so erstens nicht stimmt und zweitens kein Kriterium des Lokalen Aktionsplans ist. Wir werden uns nun nach einer anderen Fördermöglichkeit umsehen. Bis dahin sind viele Informationen auch auf unserem Blog unter freibaerger.org verfügbar, über den auch über die Zeitung hinaus über aktuelle Ereignisse berichtet wird.

Die Redaktion

Die aktuelle Ausgabe des FreibÄrger ist am 17. Mai erschienen und wird hier verkauft.

Cover der Ausgabe #73

Cover der Ausgabe #73

Inhalt:

Thema
Eindrücke aus einem anderen Leben
Hoffnung für Reza Ghanbary
Netzwerk Migration Mittelsachsen

Lokales
Neonazistische Gewalt nicht stillschweigend hinnehmen
1. Mai in Freiberg
Vegetarische Volxküche
Neues aus dem Stadtrat

Kultür
Lügendetektor
Reba 84 muss die Türen schließen

Politics
Sachsen kürzt
Zur Abschaltung der Freien Radios

Antifa
Mittelsachsen: 6 aktuelle Angriffe
Nazi-Deckert scheitert mit Klage

Theorie
Was könnte der Faschismus sein?

Eindrücke aus einem anderen Leben

Zum Thema der 73. Ausgabe des FreibÄrger war von einem der Redakteure geplant, eine bildliche Reportage über die Zustände und das Leben im Freiberger Asylbewerberheim zu erstellen. Dazu ist ein Gesuch an die Mittelsächsische Ausländerbehörde gestellt worden, in dem um eine Erlaubnis, im Inneren des Heimes zu fotografieren, gebeten worden ist. Nach einer Bearbeitungszeit von ca. zwei Monaten, kam die Antwort, dass dem Anliegen nicht entsprochen werden kann. Die Begründung: „Um den in der Gemeinschaftsunterkunft Chemnitzer Straße untergebrachten asylsuchenden Menschen u. a. ein Mindestmaß an persönlicher Rückzugsmöglichkeit zu erhalten, kann lhrem Anliegen nicht entsprochen werden.“ Tatsächlich könnte man sich freuen, dass sich in der Ausländerbehörde Mitarbeiter_innen finden lassen, welche sich für die Rechte von Flüchtlingen einsetzen. Doch der Schein trügt. Die Ausländerbehörde des Landkreises Mittelsachsen ist Auftraggeber und einer der Verantwortlichen für die Unterbringung von Asylbewerbern, u. a. im Asylbewerberheim in Freiberg auf der Chemnitzer Straße. In der Alten Kaserne aus dem Kaiserreich leben ca. 120 Menschen, zum Teil Familien mit 6 Kindern, auf engstem Raum zusammen. Geschätzte 8-10 m², nämlich die abschließbaren Räume der Asylbewerber_innen, in denen sie teilweise über Jahre hinweg mit fremden Personen zusammengepfercht leben müssen, können als „persönliche Rückzugsmöglichkeit“ gesehen werden. Frei zugänglich für alle sind hingegen die gemeinschaftlichen Sanitärraume und Küchen auf jeder Etage. Schimmelfecken an der Decke, mit einer Größe jenseits von 1,5m², zeugen von Wasserrohrbrüchen vergangener Tage. Zahlreiche Ameisen und Kakerlaken finden im Gebäude ebenso eine „Rückzugsmöglichkeit“, wie große Ratten. Die Bewohner_innen berichten von kaputten Fenstern, nicht funktionierenden Waschmaschinen, kaltem Duschwasser oder einem inkompetenten Hausmeister, um nur Einiges zu nennen. Aber nicht nur die Bewohner_innen haben unheimlich viel zu erzählen und manchmal kann eben ein Bild mehr sagen, als eintausend Worte, wie es so schön heißt.

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